Morbus Parkinson

Die Parkinson-Krankheit beginnt meist schleichend. Zwischen den ersten Anzeichen und der Diagnose vergehen häufig Jahre — Zeit, in der Betroffene in Unsicherheit leben. Eine sorgfältige Abklärung schafft Klarheit und ist die Grundlage jeder Behandlung.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

Parkinson zeigt sich selten zuerst durch Zittern. Häufig fallen Angehörigen andere Dinge früher auf: dass ein Arm beim Gehen nicht mehr mitschwingt, dass die Handschrift kleiner geworden ist, dass die Stimme leiser klingt oder das Gesicht weniger Regung zeigt.

Manche Beschwerden gehen den Bewegungsstörungen um Jahre voraus:

  • ein nachlassender Geruchssinn
  • lebhaftes Ausagieren von Träumen im Schlaf, oft mit Sprechen, Schlagen oder Treten
  • hartnäckige Verstopfung ohne andere Erklärung
  • eine zunehmende Steifigkeit in Schulter oder Nacken, die auf orthopädische Behandlung nicht anspricht

Keines dieser Zeichen bedeutet für sich genommen, dass eine Parkinson-Krankheit vorliegt. Treten mehrere zusammen auf oder bestehen sie über längere Zeit, ist eine neurologische Abklärung sinnvoll.

Wie die Diagnose gestellt wird

Die Diagnose wird klinisch gestellt — durch Gespräch und Untersuchung. Entscheidend sind eine verlangsamte Bewegung und zusätzlich entweder eine Steifigkeit der Muskulatur oder ein Zittern in Ruhe.

Das braucht vor allem Zeit. Ich nehme mir für ein Erstgespräch eine volle Stunde: für die Vorgeschichte, für die körperliche Untersuchung und dafür, Ihre bisherigen Befunde einzuordnen.

In unklaren Fällen kann eine nuklearmedizinische Untersuchung des Dopaminstoffwechsels (DaTSCAN) weiterhelfen, ebenso eine Kernspintomographie zur Abgrenzung anderer Ursachen. Diese Untersuchungen veranlasse ich gezielt dann, wenn sie die Einordnung tatsächlich verändern, nicht routinemäßig.

Wichtig ist auch, was nicht Parkinson ist. Ein essenzieller Tremor, ein medikamentös ausgelöstes Parkinson-Syndrom oder ein atypisches Parkinson-Syndrom erfordern eine andere Behandlung und haben einen anderen Verlauf.

Behandlung

Die Parkinson-Krankheit ist bislang nicht heilbar. Die Beschwerden lassen sich jedoch über viele Jahre gut behandeln, und die Behandlung ist heute deutlich differenzierter als noch vor zehn Jahren.

Im Mittelpunkt steht der Ausgleich des fehlenden Dopamins. Welches Medikament in welcher Dosis und zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist, hängt vom Alter, vom Beschwerdebild und von der Lebenssituation ab — eine Einstellung, die regelmäßig nachjustiert werden muss.

Wenn die Wirkung der Tabletten im Verlauf schwankt und sich gute und schlechte Phasen über den Tag abwechseln, kommen kontinuierliche Verfahren in Frage. Die Einstellung einer Pumpentherapie, die den Wirkstoff gleichmäßig abgibt, nehme ich selbst vor und passe sie im Verlauf an. Kommt eine tiefe Hirnstimulation in Betracht, bespreche ich mit Ihnen, ob sie sinnvoll ist, und vermittle Sie an ein spezialisiertes Zentrum.

Ebenso wichtig sind die Beschwerden, die nicht die Beweglichkeit betreffen: Schlafstörungen, Blutdruckschwankungen, Verstopfung, Schmerzen und Stimmungsveränderungen. Sie werden oft übersehen, bestimmen den Alltag aber mindestens ebenso stark.

Begleitung im Verlauf

Parkinson verändert sich über die Jahre, und die Behandlung muss sich mitverändern. Regelmäßige Kontrollen dienen dazu, die Therapie anzupassen, bevor Beschwerden den Alltag bestimmen.

Dabei helfen Aufzeichnungen aus dem Alltag mehr als jede Momentaufnahme in der Ordination. Ein Bewegungsprotokoll über einige Tage zeigt, wann die Wirkung nachlässt und wo sich etwas verbessern lässt. Eine Vorlage dafür finden Sie bei den Unterlagen zum Herunterladen.

Neben der medikamentösen Behandlung haben Physiotherapie, Logopädie und regelmäßige körperliche Aktivität einen belegten Stellenwert. Wo es sinnvoll ist, stelle ich den Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen her.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Überweisung?
Nein. Als Wahlärztin kann ich Sie ohne Überweisung behandeln. Bringen Sie bitte dennoch alle Vorbefunde mit, die Sie haben — sie ersparen doppelte Untersuchungen.
Wie lange dauert ein Erstgespräch?
Eine Stunde. Diese Zeit brauche ich für die Vorgeschichte, die neurologische Untersuchung und die Besprechung der Befunde.
Was soll ich mitbringen?
Ihre e-card, alle Vorbefunde und Bildgebungen, Arztbriefe sowie eine aktuelle Medikamentenliste. Wenn Angehörige Veränderungen beobachtet haben, ist es oft hilfreich, wenn sie mitkommen.
Kann ich eine Zweitmeinung einholen?
Ja. Wenn eine Diagnose bereits gestellt wurde und Sie unsicher sind, ob die Behandlung passt, ist eine Zweitmeinung ein üblicher und sinnvoller Schritt. Bringen Sie dafür bitte die bisherigen Befunde mit.